Übersicht

Plattform für das Team · Mai 2026

Wer entscheidet was. Wohin wir gehen.

Alles, was du wissen musst.

In zwanzig Sekunden

Was ändert sich
für mich?

Wähle, wo du arbeitest. Du siehst sofort, was sich für dich ändert. Wer mehr wissen will, klickt sich von hier aus tiefer.

Die drei Fragen, die wir am häufigsten gehört haben
seit 1873 · vertraulich, für unsere Mitarbeitenden
03 · Wohin wir gehen

Wir wechseln
von Volumen
zu Wert.

Am 26. Februar 2026 hat der Verwaltungsrat unsere Transformation verabschiedet. Wir verlassen die Logik, möglichst viele Liter durch unsere Linien zu schieben. Wir bauen ein Unternehmen, in dem jeder Liter eine klare Rolle hat, und einen Wertbeitrag leistet, der bei uns ankommt.
Die Frage, die die Wertrunde sich alle zwei Wochen stellt

Welche Liter verdienen Geld, und welche beschäftigen nur die Organisation?

Motor 1baut die direkte Kundenbeziehung
Motor 2liefert die Produkte mit Wert
Motor 3bringt neue Menschen ins System
Industrielle Substanz

Ein Startup
mit 150 Jahren
Erfahrung.

Produktion, Abfüllung, Logistik, Einkauf, Qualität. Das Fundament unter allen drei Motoren. Jedes digitale Startup kann eine Website bauen. Keines kann in drei Jahren eine Infrastruktur aufbauen, die wir seit 1873 pflegen.

01 · Das Team

Ein Team.
Vier Bereiche.
Alle hier.

Das ganze Team auf einer Seite. Oben die Geschäftsleitung mit sechs Köpfen, darunter das Management Board als erweiterte Führungsebene. Anschliessend alle, die jeden Tag dafür sorgen, dass wir liefern. Klick auf einen Namen öffnet die Rolle.
Filter
Geschäftsleitungsechs Köpfe, wöchentlicher Takt
Management Boarderweiterte Heads, zweimonatlicher Takt
Das ganze Teamvier Bereiche, gleichwertig in der Arbeit
02 · Wie wir arbeiten

Neun
Prozesse.
Ein Rhythmus.

Wir entscheiden nicht mehr aus dem Reflex. Wir entscheiden in Gremien, in einem festen Takt, mit Zahlen vor der Diskussion. Jeder Prozess hat eine Verantwortlichkeit, ein klares Ergebnis, eine Regel. Klick auf einen Prozess zeigt die beteiligten Personen im Organigramm.
Querschnittsregel · gilt für alle neun Räume
Wie wir
entscheiden.

In jeder der neun Runden hat Alain als CEO ein Veto-Recht auf jeden Entscheid, unabhängig davon, ob er am Tisch war oder nicht. Das Veto hebt einen Entscheid nicht selbst auf. Es blockiert. Bei eingelegtem Veto wird der Entscheid automatisch in die nächste Wertrunde gehoben und dort final entschieden. Erwartete Häufigkeit: maximal ein- bis zweimal pro Quartal über alle neun Räume hinweg. Eine seltene Ausnahme.

Eigener Steuerungspfad
Lohnabfüllung
als eigener Pfad.
Lohnabfüllung ist ein eigenes Geschäft. Sie läuft deshalb nicht über den Sortimentsrat. Strategisch entscheiden wir in der Wertrunde, investiv in der Investitionsrunde. Operativ steuern wir Lohnabfüllung in einer eigenen quartalsweisen Wirtschaftlichkeitssicht.

Verantwortlich operativ: Nicky. In der Disposition: Stefan. Die Lohnabfüller-Kanäle (Volumen-Grosskunde, Spezialkunden) gehören in diese Quartalssicht.
03 · Ziele bis 2030

Bis 2030.
In Bewegung.

Wir sprechen über Richtung. Anteile, Margen, Quoten, Profile. Indikatoren, die ein Unternehmen formen. Die Werte zeigen heute und das Ziel 2030.
04 · Was uns leitet

Wer wir sind,
wenn niemand
zuschaut.

Eine Marke ist ein Versprechen. Nach aussen sagt sie, was der Kunde bekommt. Nach innen entscheidet sich, ob es wahr wird. Diese Seite zeigt beides. Und warum das eine ohne das andere nur ein Satz bleibt.
Das Manifest

Es gibt zwei Arten von Zeit. Die eine vergeht. Die andere bleibt.
Die eine wird gezählt. Die andere erzählt.
Alle sparen Zeit. Kaum jemand weiss, wofür.
Die zweite Art kann man nicht sparen. Nur leben.

Eine Stadt, in der man sich verläuft.
Ein See, der zu kalt ist. Und trotzdem.
Eine Arbeit, die packt. Eine Frage, die wach hält.
Ein Tisch, an dem man sitzen bleibt.
Und niemand schaut auf die Uhr.

Wein ist die zweite Art von Zeit. In Flaschen.
Ein Jahr, das man trinken kann: Sonne, Regen, Geduld.
Eine Welt, die man teilen kann:
ein Hang in Spanien, ein Keller im Wallis.
Familien, die Reben pflanzen für Enkel, die es noch nicht gibt.
So viel Arbeit für so etwas Einfaches: Freude.

Man öffnet ihn zu zweit, zu zwölft, manchmal allein,
an den besten Tagen und an denen, die Trost brauchen.
Er braucht keinen Anlass. Er ist einer.

Offiziell handeln wir mit Wein. Seit 1873.
Tatsächlich mit der zweiten Art von Zeit.

Was bleiben soll, braucht Zeit.
Der Wein hat es uns gelehrt. Das Leben hat es bestätigt.
Und wer uns Zeit gibt, soll gute zurückbekommen.

Von der ersten Art haben alle gleich viel.
Die zweite muss man sich nehmen.
Bucht die Reise. Deckt den Tisch.
Ruft an, statt zu schreiben.
Öffnet die Flasche, die ihr für später aufhebt.
Später ist jetzt.

Zeit, gut gelebt.
Seit 1873
Nach aussen
Das Versprechen
Zeit,
gut gelebt.
Seit 1873.
Wein ist der Schlüssel. Gute Zeit ist das Produkt.
Nach innen
Die Methode
Handwerk
mit Handschrift.
Handwerk
Die Grundlage beherrschen. Sauber arbeiten, präzise liefern, das Versprochene halten.
Handschrift
In jedem Detail ein Mü besser. Etwas Eigenes hinterlassen, auch wenn keiner zuschaut.

Handwerk macht das Versprechen wahr. Handschrift macht es unverwechselbar. Ohne beides bleibt die Ansage nur ein schöner Satz.

Das VersprechenNach aussen · die vier Teile von Zeit, gut gelebt
Wie wir es einlösenNach innen · Handwerk mit Handschrift, konkret
Wir bewahren
Zeit auf. Im Keller, in der Flasche, in jeder Jahrgangsentscheidung. Wir geben dem Wein die Geduld, die er braucht.
Handwerk
Lückenlose Lagerung, korrekte Temperatur, jeder Jahrgang zum richtigen Zeitpunkt im Verkauf.
Handschrift
Wir probieren früher als nötig, damit wir wissen, wann eine Flasche wirklich bereit ist.
Wir sparen
Zeit ein. Kuratiert statt überwältigt. Wir nehmen dem Kunden die Last der unendlichen Auswahl ab.
Handwerk
Ein Sortiment, das sitzt. Lieferung, die stimmt. Keine Fehlentscheidung, die der Kunde ausbaden muss.
Handschrift
Wir empfehlen die eine richtige Flasche, statt zehn Optionen abzuladen.
Wir geben
Zeit weiter. Geschichten, Wissen, Herkunft. Was wir lernen, geben wir weiter. An Kunden, untereinander, an Produzenten.
Handwerk
Wir kennen Herkunft, Produzent und Geschichte jeder Position, die wir führen.
Handschrift
Wir erzählen sie so, dass sie hängen bleibt, statt sie nur abzuspulen.
Wir schaffen
Zeit. Wir gestalten Momente, Abende, Begegnungen. Erlebnisse, die ein Leben markieren.
Handwerk
Ein Event, das läuft. Logistik, Timing, Gläser, alles sitzt.
Handschrift
Das eine Detail, das keiner erwartet hat, und an das man sich in zehn Jahren erinnert.
Vom Prinzip zur Praxis

Handwerk mit Handschrift,
in vier Beziehungen.

Die Methode ist kein Plakat an der Wand. Sie zeigt sich darin, wie wir arbeiten, wie wir miteinander umgehen, wie wir Kunden begegnen und wie wir mit Produzenten zusammenarbeiten.

Wie wir arbeiten

  • Verantwortung übernehmen statt nur beschäftigt sein. Liefern statt erklären.
  • "Das haben wir immer so gemacht" ist kein Argument.
  • Wir reden, bevor wir mailen. Wir entscheiden, bevor wir vertagen.
  • Alles, was das Haus verlässt, trägt unseren Namen und unsere Verantwortung.

Wie wir miteinander umgehen

  • Direkt, ohne Hierarchie-Denken. Ohne Abteilungs-Denken.
  • Wir gehen direkt zur Person.
  • Wir sagen es, wenn etwas nicht stimmt, bei der Person, die es ändern kann.
  • Wir feiern leise und lernen laut.

Wie wir Kunden begegnen

  • Wir bauen Beziehungen.
  • Empfehlung schlägt Promotion. Wissen schlägt Rabatt.
  • Kein Kunde verdient eine schlechte Erklärung. Aber jeder eine ehrliche.
  • Wenn wir Nein sagen, dann früh und mit einem Grund.

Wie wir mit Produzenten arbeiten

  • Produzenten werden planbar geführt.
  • Wir sind Partner ihres Geschäfts.
  • Joint Business Plans schlagen Bauchgefühl.
  • Wir verkaufen, was sie machen. Sie machen, was wir verkaufen können.
05 · Häufige Fragen

Was uns das
Team
gefragt hat.

Klick auf einen unterstrichenen Namen oder Prozess springt zur jeweiligen Stelle und markiert sie kurz.

06 · Begriffe

Die Worte,
mit denen wir
arbeiten.

Falls dir ein Begriff unklar ist, hier findest du ihn. Wir versuchen, ohne Fachsprache auszukommen, wo es geht. Wo nicht, erklären wir.
07 · Unser Umfeld

Wo wir
wirklich
spielen.

Damit du jeden Tag die richtigen Entscheide triffst, musst du wissen, in welchem Markt wir uns bewegen. Hier ist die Lage. Ungeschönt. Mit den offiziellen Zahlen des Bundes und unserer Antwort darauf.
Konsum seit 1994
−28%
Schweizweit getrunkene Weinmenge. Von 2,93 Mio. hl auf 2,11 Mio. hl in 31 Jahren.
Konsum 2024 → 2025
−7,2Mio. l
In einem einzigen Jahr verschwunden. Hauptsächlich Rotwein (−5,5 %) und Schaumwein (−6 %).
Marktanteil Schweizer Wein
37,5%
Plus 2 Prozentpunkte gegenüber 2024. Schweizer Wein wächst, importierter Wein verliert deutlich.
Lagerbestände CH gesamt
220Mio. l
Per 31.12.2025. Plus 3,3 %. Produktion steigt schneller als Konsum. Das ist das Kernproblem der Branche.
Kapitel 1 · Der lange Trend

Der Markt schrumpft seit einer Generation.

Von 1994 bis 2025 hat sich der Schweizer Weinkonsum von rund 2,93 Mio. Hektoliter auf 2,11 Mio. Hektoliter reduziert. Das sind 28 Prozent. In den letzten vier Jahren allein ist der Konsum um über 17 Prozent gefallen. Es ist kein Konjunktur-Effekt. Es ist eine strukturelle Verschiebung.

Konsum in der Schweiz, in Mio. Liter
Jahresvergleich. Schweizer Wein vs. ausländischer Wein. Hover für Details.
Gesamtkonsum
Schweizer Wein
Ausländischer Wein
Was wir daraus machen Wir kämpfen nicht gegen den Trend. Wir folgen ihm.

Wer in einem schrumpfenden Markt auf Volumen setzt, verliert. Punkt. Genau das ist der Grund, warum wir den kompletten Geschäftsmodell-Wechsel von Volumen zu Wert machen.

Wir wollen nicht der grösste Anbieter sein, der gegen jeden Preisrutsch ankämpft. Wir wollen der relevanteste Partner sein für die Kundinnen und Kunden, die weiterhin Wein wertschätzen und bereit sind, dafür einen fairen Preis zu zahlen.

Depletion‑first als oberste Steuerungsgrösse. Wir messen, was beim Endkunden verschwindet.
Kein Volumen um seiner selbst willen. Wir lassen Geschäft gehen, das uns kein Wert bringt. Auch wenn das kurzfristig wehtut.
Marge 2 statt Umsatz. Wer mit dem Gesamtmarkt wächst und seine Marge halbiert, wächst sich kaputt.
Kapitel 2 · Wer trinkt was

Schweizer Wein gewinnt Marktanteile.

Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 79,2 Mio. Liter Schweizer Wein und 132,0 Mio. Liter ausländischer Wein getrunken. Schweizer Wein konnte gegenüber 2024 um 2,3 Prozent zulegen, während ausländischer Wein um 6,4 Prozent verlor. Der Marktanteil Schweizer Weins ist damit von 35,5 auf 37,5 Prozent geklettert.

Marktanteil Schweiz vs. Ausland
Konsumvolumen 2024 und 2025 im direkten Vergleich.
2024 · 218,4 Mio. l
35,5 % CH
64,5 % Ausland
2025 · 211,2 Mio. l
37,5 % CH
62,5 % Ausland
Weisswein 2025
80,7 Mio. l
+0,5 %
Rotwein 2025
130,5 Mio. l
−5,5 %
Schaumwein 2025
21,5 Mio. l
−6,0 %
Was wir daraus machen Wir spielen in den Segmenten, die noch wachsen.

Schweizer Wein gewinnt. Premium-Schaumwein gewinnt. Biodynamische und alternative Weine gewinnen. Discount-Volumen aus dem Ausland verliert. Das ist unser Spielfeld.

Bollinger als Anker im Premium-Schaumwein. Bürgenstock, hochwertige Gastronomie, exklusive Events. Wir spielen Champagne dort, wo es noch wächst.
Gut Oggau als Brückenkopf im biodynamischen Segment. Wir bringen Produzenten, die ohne uns nicht in der Schweiz wären.
Schweizer Privatweingüter als langfristige Partner. Der Schweizer Markt wächst. Wer hier glaubwürdig vertritt, profitiert.
Kapitel 3 · Herkunftsländer

Italien dominiert. USA explodiert. Australien stürzt ab.

2025 wurden 155 Mio. Liter Wein importiert, das sind 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Italien ist mit 44 Prozent Marktanteil weiter klar Nummer eins. Aber unter den Top 10 gibt es spektakuläre Bewegungen: Die USA legen um 89 Prozent zu und rücken auf Platz 5 vor. Australien verliert 60 Prozent und fällt auf Platz 10 zurück.

Importe 2025 nach Herkunftsland
Klick auf eine Zeile für Detail-Kontext. Veränderung jeweils gegenüber 2024.
Was wir daraus machen Wir machen Portfolio mit Bedacht.

Eine US-Welle von 89 Prozent ist eine Reaktion auf Wechselkurse, Importzölle und ein paar grosse Listings. Australien um 60 Prozent runter heisst: Eine grosse Distributor-Bewegung ist weggebrochen.

Wir lassen uns von solchen Bewegungen nicht treiben. Unsere Herkunftsländer wählen wir auf Basis von Produzentenqualität, Beziehungsstabilität und Story-Tiefe.

Italien und Frankreich bleiben unser Fundament. Bollinger, Burgund, Barolo, Brunello.
Österreich und Spanien als gezielte Spezialitäten-Erweiterung. Gut Oggau ist der erste Schritt, Abadía Retuerta der zweite.
Keine Trend-Importe. Wir listen ein, wenn wir den Produzenten zehn Jahre lang vertreten wollen.
Kapitel 4 · Was die Schweiz produziert

82 Mio. Liter Ernte. Eine stille Verschiebung in den Rebsorten.

Die Schweiz hat 2025 rund 82 Mio. Liter Wein produziert, 9 Prozent mehr als im sehr nassen 2024. Aber immer noch 8,8 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Spannender als das Volumen ist, was angebaut wird: weisse Sorten wachsen leicht, rote schrumpfen. Und innerhalb der Sorten verschieben sich die Anteile.

Produktion 2025 nach Region
Anteile am Schweizer Erntevolumen von 819’483 hl.
Westschweiz (VS, VD, GE, NE, FR, BE, JU) 64,4 Mio. l +6,3 %
Deutschschweiz (ZH, SH, GR, AG, TG, …) 13,7 Mio. l +32 %
Italienische Schweiz (TI + Misox) 3,4 Mio. l −8,1 %
Sortenverschiebung · Top-Rebsorten Schweiz
Fläche 2025 in Hektaren. Veränderung gegenüber 2024.
Weisse Sorten
Chasselas3’416−0,8 %
Chardonnay417+1,3 %
Müller-Thurgau411−1,8 %
Sylvaner / Rhin335
Petite Arvine280+3,7 %
Pinot Gris / Malvoisie237
Sauvignon Blanc228
Savagnin Blanc235
Rote Sorten
Pinot Noir3’594−1,5 %
Merlot1’192−2,0 %
Gamay1’021−0,6 %
Gamaret420
Garanoir220
Syrah213
Cornalin167
Divico (PIWI)92−10,9 %
Pilzwiderstandsfähige Sorten (PIWIs) machen in der Schweiz inzwischen rund 609 Hektaren aus. Das ist klein, aber wächst. Es ist der einzige Bereich, in dem strukturell zugepflanzt wird.
Was wir daraus machen Wir lesen Sortenverschiebungen als Konsumentensignale.

Petite Arvine wächst stärker als jede andere Top-10-Weisssorte. Chardonnay wächst. Spezialitäten wachsen. Chasselas und Müller-Thurgau schrumpfen. Dahinter stehen Konsumentinnen und Konsumenten, die sich präziser, regionaler und charakterstärker orientieren.

Für uns als Schweizer Distributor heisst das: wir konzentrieren uns mit unseren Schweizer Partnern auf das, was sortenseitig wirklich Zukunft hat, und gehen mit den traditionellen Volumensorten realistisch um.

Premium-Spezialitäten Wallis als strategische Säule. Petite Arvine, Cornalin, Humagne Rouge gehören in jedes ernsthafte Schweizer Portfolio.
Chasselas mit Haltung. Nicht jede Chasselas-Linie braucht ein Update, aber jede braucht eine Begründung.
PIWI-Sorten beobachten. Heute noch Nische, in zehn Jahren möglicherweise relevant.
Kapitel 5 · Das Lager-Paradox

Mehr Wein im Keller. Weniger Wein im Glas.

Per 31. Dezember 2025 liegen in den Schweizer Kellern 220 Mio. Liter Wein. Das sind 7 Mio. Liter mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig fällt der Konsum jedes Jahr weiter. Diese Schere zwischen Produktion und Absatz, kombiniert mit hohen Produktionskosten, ist das zentrale Branchenproblem.

Lagerbestände Schweiz, in Mio. Liter
Per 31.12.2024 vs. 31.12.2025.
Total
220
+3,3 %
Schweizer AOC
143
+1,4 %
Landweine
15,4
+8,0 %
Ausländisch
55,4
+5,3 %
„Hohe Produktionskosten, der Absatzrückgang sowie hohe Lagerbestände stellen eine Belastung für zahlreiche Betriebe und damit für deren Rentabilität dar.“
Bundesamt für Landwirtschaft, Das Weinjahr 2025
Was wir daraus machen Wir füllen unsere Lager nicht voll. Wir leeren sie.

Wenn der ganze Markt zu viel Lager hat, willst du nicht der sein, der noch mehr einkauft. Du willst der sein, der seinen Bestand dreht. Das ist genau die Idee hinter Depletion-first: Wir kaufen erst nach, wenn der Wein beim Endkunden tatsächlich getrunken wurde.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber in der Schweizer Weinbranche nicht. Viele Betriebe schieben weiterhin Inventar in den Handel, weil sie damit ihren Umsatz hochhalten. Sie verlängern damit nur den Schmerz.

Wir steuern nach Sell-Out. Der Lagerstand beim Wiederverkäufer ist unser Kompass.
Stufenfreigabe beim Einkauf. Jeder neue Produzent muss vor dem Listing belegen, dass er Sell-Through schafft.
Klare Reduktion bei Slow-Movern. Wir entlisten konsequent, statt Geschmacksrichtungen aus Tradition mitzuschleppen.
Die Konsequenz

Das alte Volumen Modell stirbt. Unseres beginnt.

Wenn du fünf Minuten lang die Zahlen ansiehst, siehst du dasselbe Bild aus jeder Richtung: der Markt für günstigen Massenwein in der Schweiz ist im strukturellen Rückzug. Volumen, Konsum, ausländische Massensegmente, alles fällt. Gleichzeitig stehen die Lager voll.

Was nicht fällt, oder sogar wächst, sind die Premium-, Spezialitäten- und Schweiz-nahen Segmente. Champagne in der hochwertigen Gastronomie. Biodynamische Weine. Schweizer Spezialitätensorten. Eigenständige Produzenten mit Geschichte und Profil.

Genau dort positionieren wir Edvin. Mit Bollinger als Champagne-Anker. Mit Gut Oggau als biodynamischer Brückenkopf. Mit den besten Schweizer Privatweingütern. Mit einem Geschäftsmodell, das auf Marge, Beziehung und Tiefe setzt.

Das ist die einzig rationale Antwort auf die Zahlen, die du gerade gesehen hast.

Quelle · Bundesamt für Landwirtschaft BLW, „Das Weinjahr 2025 · Weinwirtschaftliche Statistik“, Bern 2025 Die Daten sind die offizielle Bundesstatistik. Die Schlussfolgerungen und unsere Konsequenz daraus sind Edvin-eigene Lesart.